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18.04.2019

Rhetorik / Kollegiale Beratung im Führungsalltag der Apotheke / Selbst- und Zeitmanagement

Der Ton macht die Musik

Hans-Peter Greif, Kommunikationswissenschaftler, M.A.

Interview mit:

Hans Peter Greif

„Schweigen ist Silber, Reden ist Gold!“ Kommunikation und Gesprächsführung sind in einer Apotheke ein wesentliches Element zur Kundenbindung und werden als Zeichen für Qualität wahrgenommen. Es ist noch ein unterschätzter Aspekt im Apothekenalltag.

 

1.     Herr Greif, Sie sind Kommunikationswissenschaftler. Jetzt mal ehrlich: einen Apotheker verbinde ich auf den ersten Blick mit Pharmazie. Was hat ein Apotheker mit Kommunikation zu tun?

Ein Apotheker hat sehr viel mit Kommunikation zu tun. Kommunikation ist ein Schlüsselelement im Umgang mit den Kunden. Sie kennen das Sprichwort: „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es zurück.“ Und gerade in der Apotheke ist das von enormer Bedeutung. Ton und Inhalt sind hier entscheidend.

 

2.     Was heißt das konkret?

Die Arbeit in einer Apotheke ist unzweifelhaft anstrengend und mitunter sehr stressig. Da ist es wichtig, einen klaren Kopf zu behalten und dem Kunden diese Anspannung am besten nicht spüren zu lassen. Dazu gibt es verschiedene Ansätze und Techniken.

 

3.     Ich hoffe, der Ratschlag heißt nicht nur: Schenke dem Kunden ein Lächeln.

Ja, der Ansatz geht deutlich weiter. Die Grundlage ist für ein erfolgreiches Arbeiten in der Apotheke sehen wir auch in einem guten Selbst- und Zeitmanagement.

Damit haben sich die wenigsten Teilnehmer auseinandergesetzt. Das Besondere dabei ist, dass nicht nur die Hintergründe erklärt werden. Wir geben auch praktische Hinweise, um sich besser zu organisieren. Die Resonanz auf diese Tipps ist überaus erfreulich. Viele Teilnehmer nehmen diese Anregungen sehr gerne auf. Da treffen wir einen Nerv.

 

4.     Aber das ist doch nicht alles, was bei der WDA vermittelt wird.

Diese Vorlesung ist nur ein Bestandteil. Wir haben zwei weitere Schwerpunkte: einmal die Rhetorik und einmal das Konfliktmanagement. Beides greift ineinander und baut aufeinander auf.

Auch bei diesen Vorlesungen ist es immer wieder erstaunlich, was die Teilnehmer mitnehmen können. Viele sind voreingenommen und sehen den Nutzen für die alltägliche Praxis zunächst nicht. Das ändert sich dann im Laufe der Veranstaltung. Die Öffnung für diese Themen ist immer wieder erstaunlich.

 

5.     Und wo liegt das „Geheimnis“ Ihrer Vorlesung?

Wir geben den Teilnehmern durch kleine Übungen die Möglichkeit, die Effekte selber zu erfahren. Im Bereich Konfliktmanagement erleben die Teilnehmer, dass sie nur im Team gut zusammenarbeiten.

Sie lernen aber auch ihre Mitarbeiter besser einzuschätzen und mehr Verständnis aufzubringen. Das fördert das Betriebsklima. Dadurch dass sich die Teilnehmer durch die regelmäßigen Präsenzwochen schon untereinander kennen, verliert sich eine anfängliche Scheu und man spürt Gruppendynamik. Das gute Verständnis in der Gruppe erleichtert das Arbeiten und bereitet allen viel Freude. Man spürt, dass sich die Teilnehmer im Kurs und in Bayreuth wohlfühlen.

 

6.     Also werden auch hier die Grundlagen erläutert und in Übungen in die Praxis übertragen?

Ja, so ist es. Die Grundlagen werden in den Übungen veranschaulicht und manifestiert. Und so handhaben wir es auch in der Rhetorik. Neben der Theorie gibt es auch immer den Praxisbezug. Aber so ist meines Wissens ja auch das gesamte Vorlesungskonzept ausgelegt.

 

7.     Rhetorik verbindet man mit großen Reden oder intellektuellen Streitgesprächen.

Ja, das stimmt, die Rhetorik ist eine sehr alte und vielfältige Kunst. In den Kursen der WDA liegt der Fokus auf dem Kundengespräch. Auch hier erlebe ich immer wieder, dass zuerst Skepsis besteht, doch das ändert sich schnell, wenn es in medias res geht. Richtig spannend für die Teilnehmer wird es bei den Übungen. Da erlebt das Plenum allerlei „Überraschungen“, mal salopp formuliert. Und plötzlich merken die Teilnehmer: Das bringt mir ja richtig was. Diese Aha-Effekte sichern die Nachhaltigkeit enorm.

 

8.    Also nehmen die Teilnehmer viel für sich und ihre Kunden mit. Herr Greif, wir danken, dass Sie sich Zeit genommen haben.

Sehr gerne!

 

Das Interview führte Marcel Leuschner, Wirtschaftsjurist und Studienbetreuer der WDA in Bayreuth.

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